World Solar Challenge 2017

3000 Kilometer Nervenkitzel

Die Grundregeln des Rennens sind auf den ersten Blick relativ simpel, wenn gleichzeitig auch wirklich aufregend. In Bezug auf die im Mittelpunkt stehende Emissionsreduzierung besteht die Aufgabe der Teams darin, ein Auto zu bauen, dass allein mit Hilfe der Sonnenkraft von Darwin im Norden Australiens das gesamte australische Festland durchquerend bis nach Adelaide im Süden Australiens fahren kann. Dies bedeutet eine Strecke von unglaublichen 3000 Kilometern, was in deutschen Verhältnissen ausgedrückt bedeutet, die Strecke von der nördlichsten Stadt Deutschlands (Glücksburg) zwischen Nord- und Ostsee bis zum südlichsten Zipfel mitten im alpinen Hochgebirge (Oberallgäu) ganze dreimal zu bewältigen. Dafür steht den Teams eine gesamte Woche (08.10.2017-15.10.2017) zur Verfügung.

Ein Rennen am Ende der Welt

Wenn internationale Teams aus der ganzen Welt in Australien zusammenkommen und meisterhafte Ingenieursleistung mit der Gruppenerfahrung eines einzigartigen Abenteuers zusammenfällt, dann ist wieder Zeit für die World Solar Challenge. Das alle zwei Jahre stattfindende Rennen geht in diesem Jahr bereits in seine 14. Auflage (bis 1999 fand es nur alle drei Jahre statt) und kann somit auf eine stattliche Historie zurückblicken, in der es sich sowohl in seiner Durchführung als auch in den Regularien stets weiterentwickelte – und doch ist die Philosophie, die von Beginn an hinter der World Solar Challenge stand, bis heute die Gleiche geblieben: Alle zwei Jahre sollen einige der klügsten jungen Köpfe der Welt zusammenkommen um sich Gedanken über Möglichkeit und Realisierung des nachhaltigen Transports durch die Fortbewegungsmittel von Morgen zu machen.

Vor dem Rennen

Doch beginnt die Reise zu diesem Event viel früher. Neben ungefähr 5 Woche, die das Team bereits vor dem eigentlichen Rennen in Australien verbringt, um alle nötigen organisatorischen, logistischen und technischen Details auf das Rennen vor Ort abstimmen zu können, findet das Rennen nicht umsonst „nur“ alle zwei Jahre statt. Denn diese Vorlaufzeit wird auch bitter benötigt für Planung, Entwurf, Design, Fertigung, Einbau und Testphase eines Autos, das völlig ohne Verbrennungsmotor nur von der Energie unserer Sonne angetrieben die australische Wüste durchqueren soll.

Praktisch statt schnell

Aufgrund dessen sind auch gerade in diesem Klassement teils gravierende Neurungen im Reglement im Vergleich zur WSC 2015 zu verzeichnen. Mit dem zukunftsweisenden Blick auf eine praxisnahe Entwicklung dieser Autos für den normalen Straßenverkehr, haben sich die Veranstalter entschieden, die Größe der zu verbauenden Batterie sowie die Anzahl ihrer Aufladungen über das öffentliche Stromnetz nicht mehr vorzuschreiben. Des Weiteren geht auch zum ersten Mal nicht mehr die Geschwindigkeit in die abschließende Rennbewertung mit ein – gewertet wird viel mehr jedes Auto, was im vorgegebenen Zeitfenster am sechsten Renntag das Ziel erreicht. Stattdessen stehen Aspekte der Nachhaltigkeit sowie der Praktikabilität im Vordergrund. Hiermit möchte man der oben genannten Alltagstauglichkeit Rechnung tragen und den Teams durch weniger Vorschriften die Möglichkeit bieten, ein Auto zu bauen, dass möglichst nah an den Voraussetzungen einer öffentlichen Teilnahme am Straßenverkehr konstruiert ist. Mit etwas Glück bietet sich für alle Beteiligten hier also die Möglichkeit, die zukünftigen Autos von Morgen zu bestaunen.

Wachsende Regularien – 3 Klassen verschiedener Sonnenautos

Während es bei der ersten World Solar Challenge lediglich eine Fahrzeugklasse gab, deren Aufgabe es war, mit Hilfe der Sonne den australischen Kontinent zu bewältigen, so zählt die WSC 2017 bereits ganze drei Klassen. Da sie sich selbst in erster Linie als Designwettbewerb versteht, welcher das weltweit effizienteste Elektroauto zu prämieren sucht, haben sich mit dem rasanten Fortschreiten der Elektrotechnik in den vergangenen 20 Jahren diverse Gründe aufgetan, die Fahrzeuge des Rennens in verschiedene Kategorien aufzuspalten, die jeweils unterschiedlichen Regularien unterliegen.

Generell können sich die Teams entscheiden, ob sie ein SolarCar für die Challenger Class, die Cruiser Class oder die Adventure Class bauen wollen. Die Klassen unterscheiden sich in erster Linie in den offiziellen Vorgaben der Veranstalter in Sachen Fahrzeuggröße, Anzahl der Sitze bzw. Passagiere, maximale Grundfläche der Solarzellen und Anzahl der Reifen. Ein besonderes Augenmerk der Öffentlichkeit fällt hierbei mit Sicherheit auf die Cruiser Class, deren vom Veranstalter formulierte Aufgabe es sein soll, sich mit den Problemen der internationalen Automobilkonstrukteure zu befassen und Lösungen im Bereich der Elektromobilität zu finden. Denn in dieser Klasse sollen Autos gebaut werden, die auf der einen Seite der Weiterentwicklung eines nachhaltigen Fortbewegungsmittels verpflichtet sind und auf der anderen Seite ihren Fokus auf Praktikabilität und Alltagstauglichkeit legen.

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