Ab auf die Rennstrecke

Das Dynamic Scrutineering für die Bridgestone World Solar Challenge

Während um uns herum das Stadtzentrum von Darwin noch tief und fest schläft, geht es für unser Team am Samstag frühmorgens wieder los. Heute steht unsere nächste große Prüfung an, nämlich das Dynamic Scrutineering. Zum letzten und endgültigen Test treffen sich heute die SolarCar Teams aus aller Welt am Hidden Valley Raceway, bevor morgen endlich der Startschuss zur Bridgestone World Solar Challenge fällt.

Der Weg hierhin war mal wieder nicht leicht. Seit wir vor drei Tagen das Static Scrutineering bestanden hatten, haben uns immer wieder Probleme mit den Motoren des thyssenkrupp SunRisers zu schaffen gemacht. Kein Tag ist seitdem vergangen, ohne dass einige von uns auch noch in der Nacht weiterarbeiten mussten, damit unser SolarCar pünktlich zum Samstag bereit ist, sich beim Dynamic Scrutineering zu beweisen. Nach langer Überlegung mussten wir die schwerwiegende Entscheidung fällen, von nun an mit den bisher jetzt kaum getesteten Ersatzmotoren zu fahren.

Unser offizielles Programm beginnt am Samstag mit einem Briefing, in dem unter anderem die Startreihenfolge der Teams für den Tag ausgelost wird. Tatsächlich haben wir Glück, denn der tkSR wird erst gegen Ende des Scrutineerings an die Reihe kommen, sodass vorher noch etwas Zeit bleibt um die neuen Motoren zu testen. Die Nervosität erreicht ihren Höhepunkt, als wir ein paar Stunden später zusammen mit unserem SolarCar den Weg in Richtung Rennstrecke antreten, wo schon den ganzen Vormittag über verschiedene Teams aus allen Teilen der Welt ihre Solarautos in Aktion präsentieren.

Letzter Tag der Vorbereitung

Angekommen an der Strecke reiht der tkSR sich in die Aufstellung ein und rollt nach einigem Warten schließlich an die Startlinie. Nach einer ersten Proberunde durchläuft jedes SolarCar eine „schnelle“ Runde, bei der die Fahrer versuchen müssen, eine Bestzeit auf dem Race Track aufzustellen, nach der die Startposition der Teams beim morgigen Rennstart bestimmt wird. Als unser SolarCar loslegt, wird es vom ganzen Team eifrig angefeuert. Sobald der tkSR gestartet ist, stellen wir uns alle an der Absperrung direkt neben der Strecke auf. Beide Male, die das SolarCar an uns vorbeiflitzt applaudieren wir, jubeln und machen ordentlich Lärm um unseren Fahrer anzufeuern.

2 Minuten und 32 Sekunden zeigt die Stoppuhr als unser Fahrer Furkan Filiz den tkSR über die Ziellinie jagt. Auch der anschließende Slalomparcours mit Bremstest bereitet ihm kein Problem und dann ist es auch schon geschafft. Damit sind wir endgültig für das Rennen qualifiziert.

Von vielen anderen Teams hören wir anschließend, dass der Tag auch bei ihnen gut verlaufen ist und so sind nachmittags alle gut gelaunt im Hidden Valley. Es gab noch ein paar Änderungen in den Fahrzeugklassen, die manche Teams noch gewechselt haben. So tritt nun zum Beispiel das Team TAFE South Australia in der Adventure Class an. Statt einem herkömmlichen Challenger oder Cruiser haben sie ein SolarCar gebaut, das einen eigenen Solaranhänger zieht, der eine Solarfläche von ganzen 16m² aufweist.

Nachdem wir unsere Sachen für morgen gepackt und vorbereitet haben, laden uns unsere italienischen Nachbarn von Onda Solare noch auf einen Kaffee ein, den viele von uns dankend annehmen. Ausklingen lassen wir den Tag beim gemeinsamen Pizzaessen.

Nicht für alle Teammitglieder endet damit der Abend. Ein paar von uns bleiben mal wieder bis tief in die Nacht beim Auto, dieses Mal um den Ladevorgang der Batterie zu überwachen. Die muss bis morgen früh wieder ganz voll sein, damit der tkSR ohne nachzuladen in zwei Tagen das 1000 Kilometer entfernte Tennant Creek erreicht. Erst zwischen vier und fünf Uhr morgens treffen die Letzten am Hostel ein und versuchen, ein paar letzte Stunden Schlaf in Darwin zu bekommen, bevor morgen wirklich das große Rennen losgeht.

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