Tag 1 der Bridgestone World Solar Challenge

Los geht’s ins Outback

Endlich ist der große Tag gekommen. Die Bridgestone World Solar Challenge 2019, das Rennen, auf das unser Team seit fast zwei Jahren hingearbeitet hat, nimmt heute Morgen in Darwin seinen Anfang. Um keine Sekunde zu spät zu kommen, ist unser Team früh wie immer auf den Beinen. Bei aller Aufregung konnten die Meisten ohnehin nicht besonders gut schlafen. Ohne Umwege fahren wir von unserer Unterkunft zum Rennstart auf dem Platz vor dem lokalen Parlamentsgebäude.

Und dort ist auch schon viel los. Obwohl es noch früh und am Wochenende ist, haben sich hunderte Menschen am Parlament eingefunden, um die Solarautos aus aller Welt zu bestaunen und der Startzeremonie beizuwohnen. Dazu kommen natürlich noch die Mitglieder von über 40 Teams. Immer wieder beantworten wir interessierte Fragen zu Geschwindigkeit, Leistung und Erscheinungsbild unseres thyssenkrupp SunRisers und was ihn von beispielsweise den Fahrzeugen der Challenger Klasse unterscheidet. Ein Rennteilnehmer fehlt aber leider, denn das Lodz Solar Team aus Polen hat gestern nicht das komplette Dynamic Scrutineering überstanden. Kurz vor Schluss war ihrem Auto Eagle Two die Vorderachse gebrochen, was vor Rennstart unmöglich repariert werden konnte.

Dann beginnt pünktlich um halb neun das Rennen. Von dem Parlamentsplatz aus fahren die SolarCars eins nach dem anderen zur Startlinie, wo ihre Rennkonvois schon auf sie warten. Mit dabei ist auch der Begründer und Leiter der BWSC Chris Selwood, der jedes Solarfahrzeug kurz der Menschenmenge vorstellt, bevor er das Team verabschiedet und allen viel Glück auf ihrem Weg nach Adelaide wünscht. Unserem Team gratuliert er außerdem noch zu unserer Entscheidung, den modifizierten tkSR aus Gründen der Nachhaltigkeit ein zweites Mal zu verwenden.

Und nun macht sich der thyssenkrupp SunRiser auf den Weg. Die Kolonne von SolarCars verlässt Darwin und fährt nach einigen Kilometern auf den Stuart Highway. Einen Zwischenfall gibt es noch beim Team der Universität Stanford, deren Solarfahrzeug nach den ersten Kilometern durch einen Batteriebrand außer Gefecht gesetzt wurde. Verletzt wurde glücklicherweise niemand, aber auch hier scheidet durch den irreparablen Schaden ein weiteres SolarCar aus dem Rennen aus.

Ein holpriger Start

Der thyssenkrupp SunRiser prescht währenddessen unaufhaltsam voran und lässt die Region um Darwin bald schon hinter sich. Unterwegs sehen wir ständig Leute am Straßenrand, die uns zuwinken und Fotos machen. Manche haben sich sogar Campingstühle mitgebracht, um von dort aus entspannt das gesamte Feld vorbeiziehen zu sehen. Bilder, die ein bisschen an Fernsehübertragungen von Radrennen oder ähnlichen Sportevents erinnern.

Erster Kontrollstopp ist heute das 300 Kilometer von Darwin entfernte Katherine, wo der tkSR gegen Mittag eintrifft. In der halbstündigen Pause, in der eigentlich keine Arbeiten am Auto durchgeführt werden dürfen, müssen zwei Teammitglieder trotzdem kurz etwas daran richten. Der Tracker, den wir von der BWSC erhalten haben, funktioniert nicht richtig und muss ausgetauscht werden. Da der Fehler aber nicht bei uns lag, dürfen wir trotzdem ohne Weiteres am Ende der 30 Minuten ungestört weiterfahren.

Weiter Richtung Süden

Unser Ziel ist es, jetzt auch noch den zweiten Kontrollpunkt bei Daly Waters anzufahren, bevor um 17 Uhr die Zeit abläuft und wir unsere Fahrt für die Nacht unterbrechen müssen. Den ganzen Nachmittag rollt der tkSR dafür, Stunde um Stunde den Stuart Highway entlang, nur um dann am Ende doch wieder von technischen Problemen ausgebremst zu werden. Etwa eine halbe Stunde bevor wir planmäßig Daly Waters erreichen sollen, wird der Rennkonvoi zum Halten auf dem Seitenstreifen gezwungen.

Vor Ort gelingt es uns nicht, den Fehler zu ermitteln und noch dazu ist es jetzt auch schon nach 17 Uhr. Resigniert muss das Team Auto und Ausrüstung wieder verladen, um für die Nacht zu einem nahen Rastplatz zu fahren. Der Wagen wird heute Abend wieder fahrtüchtig gemacht, aber Daly Waters wird bis morgen früh auf uns warten müssen.

Trotzdem fällt das Fazit für den Tag positiv aus. Von 3000 Kilometern sind nun etwa 540 geschafft, also etwas mehr als ein Sechstel der Strecke. Das Ziel, bis morgen Abend die erste Tausend vollzumachen scheint auch durchaus realistisch und die Tatsache, dass wir uns unseren Schlafplatz mit mehreren anderen Teams teilen zeigt, dass die Panne uns nicht allzu weit zurückgeworfen hat. Bisher läuft eigentlich alles nach Plan, was hoffen lässt für die übrigen Tage.

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