Viel zu tun in den Tropen

Die Vorbereitung in Darwin

Tag vier in unserer Werkstatt in Darwin. Das Team hat sich eingelebt und ist inzwischen voll im Arbeitsalltag angekommen. Morgens um sieben Uhr brechen wir am Hostel auf und kommen wenig später an der Werkstatt an, wo es für alle erst einmal Frühstück gibt, bevor in gemeinsamer Runde die anstehenden Aufgaben besprochen werden.

Dabei gehen wir in den ersten Tagen immer nach einem geregelten Muster vor. Die Checks am SolarCar, bei denen der thyssenkrupp SunRiser auf seine Fahrtüchtigkeit geprüft wird, stehen immer als erster Punkt auf der Tagesordnung. Auch später im Rennen müssen solche Kontrollen jeden Morgen erfolgen, bevor wir überhaupt losfahren können. Anschließend arbeiten die einzelnen Fachteams ihre Aufgaben ab, die Team und SolarCar bereit machen für die bald anstehenden Testfahrten.

Eine Neuerung gibt es aber an der Nightcliff Middle School, denn heute ist Montag. Zwar werden nächste Woche im Northern Territory die Ferien beginnen, aktuell teilen wir uns unsere Räumlichkeiten aber noch mit dem normalen Schulbetrieb. Trotz der ungewöhnlichen Situation können sich beide Seiten schnell miteinander arrangieren. Am nächsten Tag werden zwei unserer Teammitglieder zur morgendlichen Versammlung der Schülerschaft eingeladen, um einen kurzen Vortrag zu halten und zu erklären, was genau uns aus dem weit entfernten Europa ausgerechnet hier nach Darwin verschlagen hat. Dabei kann sich das Team gut präsentieren und im Laufe der Woche kommen immer mal wieder Schüler an der Werkstatt vorbei, um einen neugierigen Blick zu werfen auf dieses Solarauto vom anderen Ende der Welt.

Was gibt es sonst zu tun? Die finalen Arbeiten an den Motoren, Blinkern und dem Array des tkSR laufen auf Hochtouren. Und auch an den übrigen Autos wird gearbeitet. Mehrere unserer Teammitglieder sind bereits eifrig dabei, die in Sydney und Adelaide abgeholten Mietwagen mit Allem auszurüsten, was sie für die Bridgestone World Solar Challenge brauchen. Das Chase, ein Kleinbus, der im kompletten Rennen direkt hinter dem thyssenkrupp SunRiser fahren wird, bekommt eine komplette Ausrüstung zur Berechnung der Rennstrategie. Alle anderen Begleitfahrzeuge werden gekennzeichnet mit Aufklebern, die sie als Teil des Rennkonvois erkennbar machen.

Alles bereit und startklar

Donnerstag steht dann noch ein besonderer Termin auf dem Zeitplan, denn heute findet unsere erste große Simulation statt. Das heißt konkret, dass unsere Teamleitung den Ablauf des Static Scrutineering einmal komplett durchspricht, um zu sehen, wie wir uns bei der tatsächlichen Prüfung in einer Woche schlagen werden. Zahlreiche Fragen zu SolarCar, Team und Begleitfahrzeugen werden dabei gestellt, wobei es unserem Team nicht immer leicht gemacht wird. Letzten Endes fällt das Ergebnis der Untersuchung sehr positiv aus. Einzelne Unstimmigkeiten gab es wohl hier und dort, ansonsten ist die Abnahme aber erfolgreich. Bis zum tatsächlichen Scrutineering müssen die einzelnen Fehler nur noch ausgebessert werden.

Einen großen Meilenstein hält der heutige Tag aber noch für uns bereit. Am frühen Nachmittag sind soweit alle notwendigen Arbeiten am tkSR abgeschlossen und unser SolarCar ist nun endlich wieder fahrbereit. Zwar dürfen wir in Australien noch nicht auf öffentlichen Straßen unterwegs sein, zumindest auf dem Gelände der Schule kann unser Auto sich aber schon frei bewegen. So macht der tkSR im Laufe des Nachmittags seine ersten eigenen Meter in Australien und fährt dabei so zuverlässig, wie wir es schon aus Albi kennen.

Ist unser SolarCar jetzt bereit für den Rennstart? Klar ist, dass noch viele Kilometer an Teststrecken vor uns liegen, bis man das tatsächlich sicher behaupten kann. Mehrere Möglichkeiten für Testgelände sind schon jetzt gefunden. Eine offizielle Fahrerlaubnis für das Northern Territory versuchen wir über die Woche auch noch zu bekommen. Freitag geht dazu beim Teamchef ein Anruf ein. Der Beauftragte der lokalen Regierung meldet sich und kündigt an, in einer halben Stunde hier einzutreffen, um den tkSR offiziell abzunehmen.

Und wieder geht es schnell. Das Auto war eben noch durchgecheckt worden. Nun wird der thyssenkrupp SunRiser aus der Werkstatt gerollt, das Array wird ordnungsgemäß angebracht und alles wird bereit und fahrtauglich gemacht. Als der Inspektor und die Offiziellen der Bridgestone World Solar Challenge ankommen, ist alles vorbereitet für die Untersuchung. Mängel werden am Auto keine festgestellt und so haben wir als erstes Team unsere Straßenzulassung sicher. Ab dem 1. Oktober können wir endlich öffentlich mit dem tkSR fahren.

…und bald fährt der tkSR endlich los

Mit diesem positiven Fazit im Rücken beschließt das Team, sich am Samstag ausnahmsweise mal den ganzen Tag frei zu nehmen. Ausgeschlafen treffen wir uns etwas später als sonst zum Frühstück. Danach werden die Autos gepackt und es geht in den nahegelegenen Litchfield Nationalpark, ein Naturreservat mitten in den Tropen. Bei Temperaturen von fast vierzig Grad wandert das Team den ganzen Tag über durch den dichten Urwald und bekommt dabei unglaubliche Kulissen geboten, die man sonst eigentlich nur aus Filmen kennt. Auch ein paar kleine Seen gibt es, die sich direkt unterhalb von Wasserfällen angesammelt haben. Am Ende eines tollen Ausflugs kühlen wir uns im Wasser ein bisschen ab, bevor alle erschöpft aber zufrieden zurück nach Darwin fahren. Abends treffen wir uns noch für ein paar Stunden mit dem niederländischen Team Twente, die uns in die Unterkunft eingeladen haben, in der sie zusammen mit unseren Kollegen aus Aachen untergebracht sind und mit denen wir einen tollen gemeinsamen Abend verbringen. Auch unsere langjährigste Freundin Roslyn Jan aus Sydney, die uns schon aus Zeiten des SolarWorld GT kennt haben wir dort wiedergetroffen. Trotz des schönen Abends gehen wir früh auseinander, da am nächsten Morgen schon wieder die Arbeit ruft.

Arbeit gibt es noch viel, denn jetzt stehen unsere ersten Testfahrten vor der Tür. Los geht es in zwei Tagen. Auch bis zum Scrutineering ist es nur noch eine Woche. Die Zeit läuft und unser Terminkalender ist entsprechend gefüllt. Das Team kann es kaum erwarten, mit dem thyssenkrupp SunRiser endlich rauszukommen aus der Werkstatt und auf der Straße unser Können und das unseres SolarCars unter Beweis zu stellen.

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