Static und dynamic Scrutineering - los geht's

Die Bridgestone World Solar Challenge rückt in greifbare Nähe.

In den letzten Tagen vor dem großen Start am Sonntag stehen neben weiteren Tests vor allem Begutachtungen und Überprüfungen von offizieller Seite an. Da das Rennen entlang des Stuart Highways auf öffentlicher Straße stattfindet, ist eine technische Abnahme von Seiten der Organisatoren im Vorfeld Pflichtprogramm – jedes SolarCar der 42 Teams muss sich auf Herz und Nieren prüfen lassen und somit seine Straßentauglichkeit beweisen. Zunächst stand die statische technische Abnahme an, das sogenannte static scrutineering. Hier messen die Offiziellen BWSC-Mitarbeiter einen Großteil der nennenswerten Werte – von der Abmessung eines jeden SolarCars, über sein Gewicht bis hin zur richtigen Verarbeitung der technischen und mechanischen Komponenten. Das Bestehen dieser Abnahme ist obligatorisch und somit Voraussetzung für den Start am kommenden Sonntag.

 

Bond’s Car

Viele begeisterte Gesichter sind zu erblicken, als der thyssenkrupp blue.cruiser in die Halle des Darwin Convention Centers einfährt; und einen neuen Beinamen bekommt das bochumer Modell auch direkt verpasst: die Social-Media Abteilung der BWSC postet auf Instagram ein Foto des eintreffenden Fahrzeugs und kommentiert es mit „Bond….James Bond“. Ein schönes Kompliment für das ganze Team, assoziiert man sofort die Eleganz eines Aston Martins mit dem bochumer Exemplar. Mehr jedoch als das Design, stehen technische Attribute im Fokus der Überprüfung. Und hier sind die Richter alles andere als mild.

 

Elektrik überzeugt – Mechanik mit Hürden

Die formalen Messungen von Größe und Gewicht sind schnell abgehandelt, wohingegen die Überprüfungen der mechanischen und elektrischen Bestandteile die spannenderen, aber auch kritischen Themenfelder ausmachen. So wurde der blue.cruiser bei der mechanischen Begutachtung nicht ohne Beanstandung durchgewunken; vielmehr bemängelte die Jury die Konstruktion der Lenkung und mutmaßte Sicherheitsprobleme; gute Argumente und kompetente Überzeugungsarbeit waren gefragt.

Die Elektrik konnte sich hingegen über einen überaus reibungslosen Ablauf der Überprüfung freuen und wurde vom zuständigen Offiziellen dafür gelobt. Hier haben wir über das zunächst notwendige Maß hinaus gearbeitet und die Verkabelung der Solararrays in einer innovativen Weise besser gelöst als die meisten anderen Teams – der Gutachter spielt nun sogar mit dem Gedanken, unsere Lösung als Standard ins Regelbuch der nächsten BWSC aufzunehmen…

Vor der letzten Station, der Batterie, lief dem Team die Zeit davon und die letzten Inspektionen mussten auf den nächsten Tag verschoben werden.

 

Lenkung gut, alles gut

Der Abend nach Tag 1 klang entspannt beim Begrüßungs-BBQ der BWSC im Kreise der übrigen Teams aus; mit Sicherheit eine willkommene Ablenkung vor dem entscheidenden zweiten Scrutineering-Tag. Und gelohnt hat es sich: Die Batterie wurde in Rekordzeit durchgewunken. Die kleineren Mängel, wie fehlende Sticker, Fragen zum Anschlag der Gurte und das Positionieren der Trackerbox machten keine weiteren Probleme und auch die Sicherheitsbedenken in Bezug auf die Lenkung konnten mit einer näheren Erklärung unserer Ingenieure aus der Welt geschaffen werden. Alle Stationen sind abgehakt, der blue.cruiser ist durch.

 

Qualifying; kein Problem!

Auf die bestandene technische Abnahme folgte am Samstag ein echtes Highlight, denn das dynamic scrutineering stand an. Neben kleineren Tests der Bremsfähigkeit und Stabilität des Wagens waren alle Augen vor allem auf das Qualifying gerichtet, bei welchem die SolarCars ihre Startpositionen bei der BWSC ausfahren. Jedes Auto hat nach einem fliegenden Start eine Runde auf dem Hidden Valley Racetrack zur Verfügung, um die bestmögliche Zeit zu fahren. Unter den Augen der anderen Teams und vieler begeisterten Besucher kommt wirkliches Rennfeeling auf. Der thyssenkrupp blue.cruiser durfte als letzter Wagen auf die Strecke und bewies sogleich, dass abgesehen von seinem außergewöhnlichen Design auch sportlich mit ihm zu rechnen ist. Auf Anhieb gelang ihm die schnellste Runde innerhalb seiner Klasse – Bestzeit. Damit starten wir morgen früh insgesamt an sechster Stelle, jedoch als erstes Fahrzeug der Cruiser Class. Es kribbelt in den Fingern…

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